Gemeinschaftspraxis Dr. Drobik und Dr. de la Chaux

Home

Merkblatt zu Trommelfellschnitt und Paukenröhrcheneinlage

Liebe Patientin, lieber Patient, liebe Eltern,

wir haben Ihnen zum Trommelfellschnitt (Paracentese) bzw. zur Paukenröhrcheneinlage geraten.
Der Schall, den wir hören, trifft am Ende des Gehörgangs auf das Trommelfell auf und versetzt es in Schwingungen. Hinter dem Trommelfell befindet sich die sog. Paukenhöhle (=Mittelohr) mit den Gehörknöchelchen darin. Damit das Trommelfell frei schwingen kann, ist eine gute Belüftung des Mittelohres nötig. Die Luft gelangt normalerweise vom Nasenrachen aus über die sog. Eustachische Ohrtrompete in die Paukenhöhle. Bei Luftmangel (meist infolge vergrößerter Nasenrachen-Polypen) entwickelt sich rasch eine Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr. Dieser Paukenerguß behindert die Schwingungen des Trommelfells, der Schall wird abgedämpft, das Ergebnis ist eine
� Schwerhörigkeit.
-.Diese kann bei Kindern schon nach wenigen Monaten eine
� Sprachentwicklungsverzögerung nach sich ziehen.
-.Außerdem machen Paukenergösse anfällig für schmerzhafte
� Mittelohrentzündungen.
-.Bei längerem Bestehen der Ergüsse kann sich sogar eine
� bleibende Hörstörung ausbilden.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Sinn des Eingriffs ist es, den Luftmangel im Mittelohr zu beheben indem man durch einen Schnitt ins Trommelfell einen künstlichen Belüftungsweg schafft. Der Schnitt wird durch den Ohrtrichter unter dem Operationsmikroskop mit einem feinen Messerchen ausgeführt. Durch den etwa 3-4 mm langen Spalt wird dann die Flüssigkeit aus dem Mittelohr herausgesaugt. Der Schnitt heilt üblicherweise innerhalb weniger Tage wieder zu. Dieser Zeitraum ist manchmal für die Genesung des Ohres zu kurz, so daß sich neue Ergüsse ausbilden können. Um das Zuheilen des Trommelfellschnittes aufzuhalten, werden in einigen Füllen kleine Röhrchen in den Schnittspalt eingelegt. Diese halten die Luftzufuhr in der Regel für mehrere Monate offen, bis sie schließlich vom Körper in den Gehörgang abgestoßen werden. Die Einlage von Paukenröhrchen ist insbesondere dann erforderlich, wenn sich eine vorausgegangene Trommelfellschlitzung und Polypenentfernung bereits als unzureichend erwiesen hat.

Welche Gefahren können durch die Operation entstehen?

Selten einmal kann sich eine Mittelohrentzündung ausbilden, die dann mit einem Antibiotikum behandelt werden muß. Diese Gefahr ist nach Einlage von Paukenröhrchen natürlich höher, insbesondere dann, wenn das bis zur Abstoßung des Röhrchens bestehende Badeverbot nicht eingehalten wird. Eine operative Entfernung des Röhrchens ist nur sehr selten erforderlich. Extrem seltene Risiken sind das Abrutschen einer Paukendrainage in das Mittelohr, Materialunverträglichkeiten oder ein bleibendes Loch im Trommelfell. In diesen Füllen wäre ein Zweiteingriff erforderlich. Wenn die Operation bei Erwachsenen in Lokalanästhesie durchgeführt wird, ist es in Ausnahmefällen möglich, daß das Betäubungsmittel zu Schwindel oder einer Gesichtslähmung führt. Diese Erscheinungen klingen nach einigen Stunden ohne weiteres Zutun wieder ab.

Wie soll ich mich verhalten?

Wie bereits erwähnt, besteht ein Badeverbot, bis das Paukenröhrchen abgestoßen, bzw. das Trommelfell wieder verheilt ist. Um dies festzustellen, aber auch um ggf. neu auftretende Ergüsse bei Kindern zu erfassen, sind regelmäßge Kontrollen in mehr oder weniger großen Abständen erforderlich. Nach Vollnarkosen sollten Sie für 24 Stunden, nach lokaler Betäubung wegen eines möglichen Schwindels für 5-6 Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.



HNO-Gemeinschaftspraxis Dr. med. Christian Drobik und Dr. med. Richard de la Chaux
Renatastr. 71 - 80639 München - Tel: 089/1665055 - Nähe Rotkreuzplatz